| Häufige Fragen |
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Die 15 wichtigsten Fragen zur FM
2. Was ist eine Fructose-Malabsorption (Abk.: FM)? 3. Was ist eine Fructose-Intoleranz (Abk.: FI)? 4. Was sind die typischen Symptome einer (Fruchtzucker-)Unverträglichkeit? 5. Wie teste ich, ob ich eine Fructose-Malabsorption habe? 6. Was sind Ursachen einer FM? 7. Was sind die Folgen einer FM? 8. Wie wird eine FM behandelt? 9. Warum sollten FMler erst keinen Zucker essen? 10. Ist die FM eine (Nahrungsmittel-)Allergie? 11. Ist die FM eine Krankheit? 13. Warum haben nicht alle FMler Beschwerden? 14. Wie ist der Forschungsstand zur FM? 15. Haben FMler einen Mangel an Vitaminen, Zink, Folsäure etc.?
Fructose (oder auch Fruktose) ist das Fachwort für Fruchtzucker und gehört zu der Gruppe der Kohlenhydrate. Wie der Name bereits sagt, ist der Fruchtzucker vorrangig in Früchten enthalten. Aber anstatt nun alle Obst- und Gemüsesorten aufzulisten, in denen Fructose in großen Mengen vorkommt ist es einfacher die Früchte zu nennen, in denen es nicht bzw. nur in geringer Menge vorliegt. Hier findet man eine solche Auflistung. Zusätzlich ist Fructose ein Bestandteil von Haushaltszucker und Fructanen. Mehr dazu hier.
2. Was ist eine Fructose-Malabsorption (Abk.: FM)? Hierbei handelt es sich um eine erworbene Unverträglichkeit gegenüber Fructose (Fruchtzucker). Die Ursache dafür ist wahrscheinlich bei dem Transportprotein GLUT-5 zu suchen, dass den Fruchtzucker aus dem Dünndarm in das Blut transportiert. Bei der FM ist dieser jedoch zu langsam oder zu wenig vorhanden (?), so dass der in vielen Lebensmitteln enthaltene Fruchtzucker nicht normal aufgenommen werden kann. Ein anderer Grund für eine FM könnte in der möglichen Fehlbesiedelung von Bakterien im Darm liegen. Der unverdaute Fruchtzucker gelangt in den Dickdarm, was dann zum typischen Beschwerdebild führt. Oft wird die Fructose-Malabsorption fälschlicherweise als Fructose-Intoleranz bezeichnet. 3. Was ist eine Fructose-Intoleranz (Abk.: FI)? Die heriditäre Fructose-Intoleranz ist eine seltene, erblich bedingte Krankheit. Sie ist durch eine Fehlfunktion des Enzyms Fructose-1-phosphat-Aldolase gekennzeichnet. Deshalb kann Fructose in der Leber nicht abgebaut werden, welches daraufhin andere Stoffwechselwege blockiert. Dies äußert sich in Erbrechen, Leberversagen und Fehlwachstum. Menschen mit einer Fructose-Intoleranz müssen eine lebenslange strenge fructosefreie Diät halten.
4. Was sind die typischen Symptome einer (Fruchtzucker-)Unverträglichkeit? Dadurch, dass die Fructose im Dünndarm nicht richtig aufgenommen werden kann, landet sie unverändert im Dickdarm. Durch Bakterien wird sie dann zu kurzkettigen Fettsäuren und Gasen zerlegt. Diese Gase sind Wasserstoff H2, Kohlenstoffdioxid CO2 und manchmal auch Methan CH4. Sie führen zu Blähungen und Bauchschmerzen. Die Fettsäuren verändern den pH-Wert des Darms und verursachen einen Anstieg des Flüssigkeitsgehalts, wodurch Durchfälle entstehen können. Manche Forscher sprechen auch davon, dass FMler vermehrt Depressionen aufweisen. Aber ich finde, wir dürfen nicht alles auf die FM schieben :-) Dazu gibt es hier auch noch einen ausführlichen Artikel von mir.
5. Wie teste ich, ob ich eine Fructose-Malabsorption habe? Leidet man an den beschriebenen Beschwerden (Blähungen, Durchfall, Magenkrämpfe usw.) kann man mit einen Selbsttest die Ursache recht einfach eingrenzen. Der Selbsttest: Hat man den Verdacht an einer Fructose-Malabsorption zu leiden, trinkt man morgens auf nüchternen Magen ½ bis 1 Liter Apfelsaft (bzw. Milch, um eine Lactose-Unverträglichkeit zu testen). Natürlich nicht beides an einem Tag, da man sonst nicht weiß, was zu den Beschwerden geführt hat. Außerdem sollte nichts anderes gegessen und nur stilles Wasser getrunken werden. Treten dann innerhalb einer Stunde (oder 2) Beschwerden auf, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Unverträglichkeit vor und man sollte einen richtigen Test bei einem Gastroenterologen machen. Dieser Test heißt Wasserstoffatmentest (kurz: H2-Atemtest). Er ist die sichere Variante herauszufinden, ob man eine Fructose- oder auch Lactose-Unverträglichkeit hat. Alles dazu ist hier zu finden.
6. Was sind Ursachen einer FM? Auf diese Frage muss man leider sagen: Das ist immer noch nicht erforscht! Der Verdauungsvorgang und die Transportproteine sind sehr komplex und nicht leicht durchschaubar. Forschungen dazu laufen aber bereits seit einigen Jahren. Ursachen werden oft nur sehr unklar und vorsichtig angegeben, wie zum Beispiel jahrelange falsche Ernährung (wobei die noch nicht einmal definiert ist), falsche medikamentöse Behandlung mit Antibiotika, Stress etc. Also das was bei vielen Krankheiten als Ursache genannt wird…
7. Was sind die Folgen einer FM? Auch die Folgen einer FM sind kaum erforscht. Man kann noch nicht einmal sagen, ob sich die FM wieder zurückentwickelt oder lebenslang bestehen bleibt. Unwahrscheinlich ist wohl, dass FMler eine geringere Lebenserwartung haben als Nicht-FMler. Zudem wird meiner Meinung nach die Lebensqualität nur wenig eingeschränkt, wenn man sich erst einmal kundig gemacht hat und Alltag in den Speiseplan gekommen ist. Was jedoch ungewiss ist, sind die Folgewirkungen bei einer nicht-diätischen Lebensweise. Der Dickdarm wird ständig mit einer Vielzahl von unverdauten Fructose-Molekülen belastet, was nach einigen Jahren zwangsläufig zu Fehlfunktionen des Darms und einer Fehlbesiedlung der Bakterien führen muss. Für manche Behauptungen von Forschern, die von Leber- und Nierenversagen bei FMlern sprechen, fehlen bis heute immer noch die Beweise bzw. Langzeitstudien und bleiben somit bloße Vermutungen, die unnötige Sorgen verursachen!
8. Wie wird eine FM behandelt? Es gibt Forscher, die für eine Behandlung mit Antibiotika plädieren. Das sollte jedoch sehr kritisch betrachtet werden, denn diese Medikamente zerstören die ohnehin schon angegriffene Darmflora, was zu einer weiteren Verschlechterung der Symptome führen könnte. Der Effekt von Antibiotika ist also eher fragwürdig. Ansonsten gibt es keine medizinische Behandlungsmöglichkeit, da der Forschungsstand immer noch nicht weit genug ist und das Transportprotein GLUT 5 nicht beeinflusst werden kann. Deshalb bleibt nur eine Auslassdiät, in der man einige Zeit auf Fructose, Zucker und Zuckeralkohole verzichten muss. Auf letztere am besten auch nach der Auslassdiät. Nähere Informationen zu den Zuckeralkoholen gibt es hier. Wie lang diese Diät sein muss, kann man leider nicht sagen. In der Regel sollte sie circa drei Monate betragen. Hilfestellungen in Form von Rezepten (noch in Arbeit) und Einkaufslisten sind auf diesem Server zu finden. Nach einer Auslassdiät wagt man sich wieder vorsichtig an Zucker und wenig fructosehaltige Lebensmittel heran. Je nachdem, ob die Symptome wieder auftreten oder nicht, muss die Auslassdiät weiter eingehalten werden oder man kann sich an weitere neue Lebensmittel herantrauen. Für die Diät ist es wichtig, auf seinen eigenen Körper zu hören und weniger auf Ärzte.
9. Warum sollten FMler erst keinen Zucker essen? Zucker besteht aus zwei Bestandteilen: Fructose und Glucose. Somit enthält Zucker 50% Fruchtzucker. In der Phase der Auslassdiät sollte man möglichst darauf verzichten. Später kann man Zucker wieder vermehrt nach und nach zu sich nehmen.
10. Ist die FM eine (Nahrungsmittel-)Allergie? Nein, die FM ist keine Allergie! Lebensmittelallergien sind stark abzugrenzen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten! Allergien haben vollkommen andere Symptome und Folgewirkungen. Sie äußern sich häufig entweder in Hautausschlägen oder oral. Bei letzteren kommt es kurz nach dem Kontakt mit einem allergenhaltigen Nahrungsmittel (z.B. Kern-/Zitrusfrüchten) zu einem Kribbeln/Stechen im Mund, Zungenbrennen und/oder angeschwollenen Lippen. Folge kann im Extremfall sogar ein allergischer Schock sein. Bei der FM ist das ganz anders, denn die Symptome treten erst ca. 30-90 Minuten nach der Fruchtzuckeraufnahme auf und beziehen sich auf das Innere des Körpers.
11. Ist die FM eine Krankheit? Die große Anzahl von FMlern zeigt, dass eine FM nicht abnormal ist und das Vorhandensein nicht als Krankheit bezeichnet werden kann. In Österreich liegt die Quote der diagnostizierten FMler sogar bei ungefähr 20 %. Anscheinend gibt es dort eine bessere Diagnostik und vor allem bessere öffentliche Verbreitung von Informationen. Autoren wissenschaftlicher Texte schreiben von einer Betroffenheitsrate, die von 30 bis 80% der Weltbevölkerung reicht. Eine ziemlich große Spanne... Aufgrund der großen Unkenntnis gibt es auf jeden Fall eine große „Dunkelziffer“ an FMlern.
Nein, die FM ist nicht ansteckend! Manche berichten, dass nachdem beispielsweise beim Partner eine FM diagnostiziert wurde, man selbst gleiche Symptome entwickelt hat. Oft wirkt sich eine Sensibilisierung für dieses Thema derart aus, dass man besonders auf seinen Körper acht gibt und ihn ganz anders empfindet. Reaktionen des Organismus, denen vorher keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde, können werden nun anders wahrgenommen werden...
13. Warum haben nicht alle FMler Beschwerden? Die Anzeichen einer Fructose-Malabsorption sind ganz abhängig vom Essverhalten. Bei Vegetariern fällt sie recht schnell auf, da viel Obst und Gemüse gegessen wird. Fleisch und Fisch hingegen enthalten keine Fructose, so dass hier die Symptome weniger in den Vordergrund treten können. Das heißt aber nicht, dass Vegetarier häufiger eine FM haben als Menschen, die Fleisch essen (zumindest gibt es keine Studien, die dies belegen würden); es fällt lediglich häufiger auf. Somit können manche Menschen stärker von einer FM betroffen sein als andere, alleine aus dem Grund, weil sie fructosehaltigere Lebensmittel in ihrem Speiseplan stehen haben. Ein weiterer entscheidender Grund ist in der Besiedelung des Darms zu finden. Art und Menge der Darmbakterien können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein und dadurch zeigen sich auch abweichende Symptome.
14. Wie ist der Forschungsstand zur FM? Das Konzept der Fructose-Malabsorption ist in der Gastroenterologie bisher immer noch kaum verstanden worden. Vielleicht größtenteils, weil die FM als Krankheit oder Abnormalität betrachtet wurde oder es immer noch nicht genug Informationen zu den Transportproteinen und deren Beeinflussung gibt. Forschungen dazu laufen aber.
15. Haben FMler einen Mangel an Vitaminen, Zink, Folsäure etc.? Wie bereits erwähnt, ist der Forschungsstand zur FM immer noch sehr gering. Selbst wenn ein Mensch mit einer FM einen Vitaminmangel hat, kann nicht feststellt werden, ob nicht andere Faktoren/Variablen dafür verantwortlich sind. Es ist eher fragwürdig, dass die FM direkt für Mangelerscheinungen verantwortlich ist. Dazu kommt, dass man Texte zu diesem Thema auch immer darauf prüfen sollte, wie viele Menschen für eine Untersuchung zu einem Zusammenhang zwischen FM und Mangelzuständen herangezogen wurden. Bei sehr kleinen Testgruppen sollte man Ergebnisse eventuell hinterfragen. Wichtig ist eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung. Der Mangel an verbotenen Obst und Gemüse muss durch erlaubtes Obst und Gemüse wieder abgedeckt werden. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass wir selbst keine dieser Mängel aufweisen. |



